Professor Jan I. Lelley verstorben – ein Pionier der Pilzforschung

Professor Jan I. Lelley

Am 14. September 2026 ist Professor Dr. Dr. h. c. Jan I. Lelley im Alter von 88 Jahren verstorben. Mit ihm verliert die Pilzbranche einen Pionier der angewandten Mykologie, der die Entwicklung des Nutzpilzanbaus in Deutschland über Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat.

Mehr als 60 Jahre widmete sich Lelley der Erforschung und Nutzung von Pilzen. 1973 übernahm er die Leitung der neu gegründeten Versuchsanstalt für Pilzanbau in Krefeld, die er aufbaute und 25 Jahre lang führte. Gemeinsam mit seinem Team entwickelte und optimierte er Kultivierungsverfahren für zahlreiche Speisepilze, darunter Champignons, Austernpilze und Shiitake. Bereits 1972 hatte er gemeinsam mit Partnern den ersten Austernpilz-Anbaubetrieb in Deutschland gegründet und damit Pionierarbeit für die Kultivierung dieser Pilzart geleistet.

Nach der Schließung der Versuchsanstalt 1997 setzte Lelley seine Forschungsarbeit mit der Gesellschaft für angewandte Mykologie und Umweltstudien (GAMU) fort, die er 1993 mitgegründet hatte. Von 1998 bis 2020 leitete er die Gesellschaft als Geschäftsführer.

Neben der Erforschung von Speise- und Mykorrhizapilzen widmete sich Lelley zunehmend den Heilpilzen und ihrer Kultivierung. Mit seinen Arbeiten zu Mykorrhizapilzen leistete er zudem einen Beitrag zur Vitalisierung geschädigter Waldbestände und wertvoller Einzelbäume. Die GAMU gehörte zu den ersten Unternehmen in Deutschland, die Heilpilzprodukte entwickelten und international vermarkteten. Durch seine wissenschaftlichen Publikationen trug Lelley maßgeblich dazu bei, Heilpilze und ihre Anwendungsmöglichkeiten bekannter zu machen. Sein Buch „Die Heilkraft der Pilze – gesund durch Mykotherapie“ erschien in mehreren Auflagen und wurde unter anderem ins Ungarische übersetzt.

Seine wissenschaftliche Arbeit ermöglichte zahlreiche Doktor- und Diplomarbeiten und verband Forschung mit praktischer Anwendung. Mit seinem Pioniergeist, seiner wissenschaftlichen Expertise und seinem langjährigen Engagement hat Jan I. Lelley die angewandte Mykologie nachhaltig geprägt. Sein Lebenswerk wird in der Pilzforschung und im praktischen Pilzanbau fortwirken.

Den Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) e. V. verbinden viele persönliche Erinnerungen mit Lelley. Der BDC-Ehrenvorsitzende Franz Schmaus hatte Lelley damals als Leiter für die Versuchsanstalt in Krefeld empfohlen. Schmaus betont Lelleys sehr erfolgreiche Forschungen zu den Mykorrhizapilzen sowie sein unermüdliches Engagement für die Pilze, selbst nach Beenden seiner praktischen Tätigkeit an der Versuchsanstalt. Und auch der Pilzbotschafter Peter Marseille hebt das leidenschaftliche Wirken Lelleys für die Branche hervor. Neben seiner Lehrtätigkeit habe sich Lelley auch noch als Praktiker jahrzehntelang für den Pilzanbau eingesetzt. Von diesem Kenntnisgewinn profitiere die deutsche Pilzproduktion auch heute noch.

Der BDC wird Professor Dr. Dr. h. c. Jan I. Lelley ein ehrendes Andenken bewahren und seine Verdienste um die Pilzbranche in dankbarer Erinnerung behalten.

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