ZVG fordert Anpassung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen

Anpassung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen

Die durch den Iran-Krieg verursachten Preissteigerungen bei Betriebsmitteln belasten auch den Gartenbau. Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) e. V. fordert angesichts der aktuellen geopolitischen Lage, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die gärtnerischen Betriebe anzupassen.

In einer Pressemitteilung des ZVG vom 10. März 2026 betont ZVG-Präsidentin Eva Kähler-Theuerkauf, dass die Betriebe im Gartenbau bereits unter massivem Kostendruck stehen. Würden Diesel und Dünger innerhalb weniger Wochen deutlich teuer werden, treffe dies viele Unternehmen in einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Situation, bekräftigte Kähler-Theuerkauf. Man erwarte wenigstens eine zeitnahe Rücknahme zusätzlicher Belastungen für die Betriebe, wenn die Bundesregierung schon keinen finanziellen Spielraum für Entlastungsprogramme sehe. Laut Koalitionsvertrag sollen die Anforderungen im Energieeffizienzgesetz auf die EU-Vorgaben reduziert und die Landwirtschaft, zu der der Gartenbau zählt, aus dem EU-Emissionshandel ausgenommen werden. Analog müssten Landwirtschaft und Gartenbau aus der nationalen CO2-Bepreisung ausgekoppelt werden.

Die Preise für Benzin beziehungsweise Diesel und Gas kommen laut Artikel der Wirtschaftswoche vom 24.03.2026 umgehend bei den Betrieben an. Diese würden nicht nur für den Betrieb der Maschinen, sondern auch für andere Abläufe der Nahrungsmittelproduktion benötigt. Durch die deutliche Verteuerung der Rohölpreise steigen automatisch auf der Einkaufseite die Produktkosten bei der Kulturpilzproduktion beispielsweise für Kompost, aber auch Schalen, Folien, Umverpackung etc. Gleichzeitig erhöhen sich auf der Vertriebsseite die Kosten der Champignons durch die Transportkosten zum Kunden durch deutlich gestiegene Kraftstoffpreise.


Erschwerend kommt noch die Erhöhung des Mindestlohns zum Jahresbeginn von 12.82 € auf 13,90 € hinzu. Diese Steigerung von knapp 8,4 % konnte nur zum Teil weitergegeben werden.


Die aktuellen Erzeugerpreise zeigten laut des Statistischen Bundesamtes von Januar 2026 einen Preissturz um 10,1 Prozent zum Vorjahr. Das bedeutet: Steigende Produktionskosten bei sinkenden Einnahmen. Eine kurzfristige Anhebung der Preise sei für die wenigsten landwirtschaftlichen Betriebe eine Option. Viele Preise seien bereits in langfristigen Lieferverträgen festgeschrieben. Das Risiko, auf den Waren sitzen zu bleiben, schränke zudem die Verhandlungsmacht ein.

Quellen:

– Pressemitteilung des ZVG vom 10. März 2026: „Iran-Krieg: Preissteigerungen bei Betriebsmitteln belasten Gartenbau“ (https://www.derdeutschegartenbau.de/2026/03/10/iran-krieg-preissteigerungen- bei-betriebsmitteln-belasten-gartenbau/)

– Artikel in der Zeitschrift WirtschaftsWoche: „Folgen des Iran-Kriegs: Gnadenfrist für die Landwirtschaft“ (https://www.wiwo.de/finanzen/iran-krieg-gnadenfrist-fuer- die-landwirtschaft/100210881.html)

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