Die Champignonernte in Deutschland ist in 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent gestiegen. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) in einer Pressemitteilung von 13. März 2026 mit. Insgesamt wurden hierzulande 78.400 Tonnen Speisepilze geerntet. Das entspricht einem Plus von 1,0 Prozent oder 760 Tonnen. Im Vergleich zum 10-jährigen Durchschnitt waren es sogar 4,4 Prozent beziehungsweise 3.280 Tonnen mehr.
Champignons sind die bei Verbrauchern in Deutschland beliebteste Pilzart. Das spiegelt sich erneut in der Statistik wider. Champignons machten im vergangenen Jahr 97,9 Prozent der gesamten heimischen Speisepilzernte aus, das entspricht einer Menge von 76.800 Tonnen. Im langjährigen Mittel waren es 4,6 Prozent mehr. Kräuter- und Austernseitlinge, Shiitake und sonstige Spezialpilzkulturen fielen unter die restlichen 2,1 Prozent der Erntemenge.
Champignons führen auch die Rangliste der in Deutschland ökologisch erzeugten Pilzarten an. Wie der Pressemitteilung zu entnehmen ist, wurden 2025 insgesamt 47,4 Prozent der Speisepilze – das entspricht 37.200 Tonnen – in Betrieben produziert, die ihre Flächen ökologisch bewirtschaften. Die Champignons machten hier einen Anteil von 98,2 Prozent oder 36.500 Tonnen aus.
Im Jahr 2025 betrug die Erntefläche für Speisepilze 355 Hektar. Das waren 0,2 Prozent mehr als 2024 und 4,2 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2024. Mit 50,1 Prozent wurde die Hälfte dieser Fläche ökologisch bewirtschaftet. Bei Champignons stieg die Erntefläche gegenüber 2024 um 0,2 Prozent auf 342 Hektar, was einem Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem zehnjährigen Durchschnitt 2015 bis 2024 entsprach. Die größten Anbauflächen lagen 2025 in Niedersachsen mit 200 Hektar und in Nordrhein-Westfalen mit 80 Hektar.
Situation hinter den Zahlen
In einem Interview mit dem Fruchthandelsmagazin informierte der Bund deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer über die Situation hinter den Zahlen. So seien nennenswerte Kapazitätserweiterungen im Markt ausgeblieben, weil viele Betriebe aufgrund der allgemeinen Marktlage und der wirtschaftlichen Planungsunsicherheit nur verhaltenen investiert haben. Die größten Kostenblöcke in der Pilzzucht – Löhne und Energie – ließen weiterhin keine echte Entspannung zu. Waren die Energiepreise 2025 noch relativ stabil, zeigt sich nun ein anderes Bild. Auch die Personalkosten schlagen massiv durch. Extreme Auswirkungen hat, laut BDC, der gestiegene Mindestlohn, der sich über die Jahre 2025 und 2026 um insgesamt rund 12 Prozent erhöht hat. Da die Pilzernte zu 100 Prozent Handarbeit sei, wirke sich dies extrem auf die Produktionskosten aus. Diese könnten zurzeit nicht in ausreichendem Maße weitergegeben werden.
Leicht höhere Absatzmengen trotz Preisanstieg bei Champignons
Nach Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) waren Champignons in 2025 durchschnittlich 2,9 Prozent teurer gegenüber dem Vorjahr. Die Verbraucher in Deutschland kauften trotzdem 0,5 Prozent mehr. Innerhalb des Sortiments gab es eine interessante Verschiebung: Weiße Champignons verzeichneten ein leichtes Mengenplus von 2,5 Prozent, wohingegen die braunen Varianten um -1,4 Prozent leicht verloren. Extreme Preissteigerungen bei Pilzarten wie Pfifferlingen oder Steinpilzen führten zu massiven Mengenrückgängen beim Absatz. Bei den Einkaufsstätten liegt der Discounter mit 53,1 Prozent Mengenanteil unangefochten an der Spitze, im Vergleich zum Vorjahr waren es dennoch -2,8 Prozent. Auffällig ist auch, dass die Direktvermarktung von Speisepilzen über Wochenmärkte und Hofläden stark rückläufig war. Aus Produzentensicht sei erwähnenswert, dass die Absatzmengen in Werbewochen im Lebensmitteil-Einzelhandel (LEH) höher sind als zuvor. Dies deute auf eine hohe Preissensibilität der Konsumenten hin.
Einzelhandel setzt auf Produkte aus dem Inland
Speisepilze aus deutscher Herkunft spielen im Einzelhandel weiterhin eine wichtige Rolle, sowohl bei Discount als auch im Vollsortiment. Die Händler setzen im Normalgeschäft sehr bewusst und erfolgreich auf regionale beziehungsweise deutsche Ware. Nur während Aktionswochen oder bei Preiseinstiegssortimenten ergänzt vermehrt ausländische Ware das Angebot. 2025 gab es jedoch mehrfach extreme Versorgungsengpässe bei ausländischer Ware, insbesondere im wichtigen Jahresendgeschäft. Das hat an vielen Stellen zu einem Umdenken geführt. Der Wert einer sicheren, verlässlichen deutschen Produktion rückt dadurch wieder stärker in den Fokus.
Für die Verbraucher sind nach wie vor Nachhaltigkeit und kurze Transportwege wichtig. Regionalität bleibt daher der stärkste Vertrauensanker für die Konsumenten. Das kommt der heimischen Produktion zugute. Für den deutschen LEH ist das Angebot heimischer Pilze nicht nur ein wichtiges Differenzierungsmerkmal, sondern auch ein Garant für Frische, Krisensicherheit in der Lieferkette und eine nachvollziehbare CO2-Bilanz.
Weitere Informationen: Pressemitteilung Destatis Nr. 087 vom 13. März 2026: „Champignonernte 2025 um 1,4 % gestiegen“ (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/03/ PD26_087_41214.html)

