Stellungnahme des ESSMI zu Produktionskapazitäten von Kräuterseitlingen in Deutschland und Europa

Stellungnahme des ESSMI zu Produktionskapazitäten

Der europäische Verband der Edelpilzanbauer (ESSMI) nimmt in einer Mitteilung Stellung zur Verfügbarkeit von Kräuterseitlingen aus deutscher Produktion. Hintergrund ist die Erklärung eines Pilzgroßhändlers im Umfeld der FRUIT LOGISTICA, wie der ESSMI in seiner Stellungnahme berichtet. Der Pilzgroßhändler hatte erklärt, Kräuterseitlinge aus Asien importieren zu müssen, da die Nachfrage mit deutscher Ware nicht zu decken sei. Gründe dafür seien hohe Energiekosten und Insolvenzen europäischer Zuchtbetriebe.


Der ESSMI weist die Darstellung des Pilzgroßhändlers in seiner Stellungnahme entschieden zurück und bemerkt, dass Produktionskapazitäten für Kräuterseitlinge in Deutschland und Europa vorhanden sind. Die europäische Erzeugung sei leistungsfähig und grundsätzlich in der Lage, den Markt zu versorgen. Wenn ein Händler es möchte, würde er genügend Ware auf dem deutschen und europäischen Markt finden. Die pauschale Berufung auf hohe Energiekosten greife zu kurz und lenke von den tatsächlichen Ursachen ab.


In seiner Erklärung verweist der Verband auf den wirtschaftlichen Druck auf europäische Zuchtbetriebe, der vor allem die Folge eines anhaltenden Preisdruckes entlang der Wertschöpfungskette sei. Dieser würde insbesondere durch Importe aus Drittstaaten gezielt verschärft. „Wer europäische Ware durch billigere Importprodukte ersetzt, entzieht der heimischen Produktion die wirtschaftliche Grundlage und nutzt die daraus resultierenden Markteffekte anschließend als Rechtfertigung für weitere Importe“, heißt es in der Stellungnahme. Insolvenzen einzelner Betriebe seien daher kein Beleg für eine mangelnde Leistungsfähigkeit der europäischen Pilzproduktion, sondern Ausdruck eines Marktumfelds mit nicht kostendeckenden Erzeugerpreisen.


Der ESSMI erklärt weiter, dass Importe von Kräuterseitlingen aus Asien zudem unter deutlich niedrigeren Umwelt- und Produktionsstandards erfolgen und mit langen Transportwegen sowie höheren CO₂-Emissionen verbunden seien. Dies stehe im Widerspruch zu den Nachhaltigkeitszielen, die Handel und Großhandel öffentlich vertreten.


In seiner Stellungnahme kommt der Europäische Anbauverband zu einem klaren Schluss: „Die angeblich fehlende Verfügbarkeit europäischer Kräuterseitlinge ist kein Sachzwang, sondern ein Vorwand zur Absicherung bestehender Importstrategien, bei denen der Gewinn Vorrang gegenüber allem anderen hat.“
Vertreter des ESSMI stehen laut vorliegender Information für einen konstruktiven Dialog mit Handel und Großhändlern gerne zur Verfügung, um gemeinsam Lösungen für eine resiliente, nachhaltige und wettbewerbsfähige europäische Pilzproduktion zu entwickeln.

Quelle: „ESSMI: Kräuterseitlingsimporte sind vom Preis bestimmt, nicht von der Verfügbarkeit.“

Beitrag teilen:

Facebook
WhatsApp
Email

Folgende Beiträge könnten Sie auch interessieren: